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Ausfahrt nach Assen war ein Ass

15 Porsche erfuhren Holland luftgekühlt – Wasser war auch im Spiel

,,Hup Holland Hup“. ,,Das war Spitze“, würde Dalli-Dalli-Showmaster Hans Rosenthal sagen und seinen berühmten Luftsprung machen. Die Ausfahrt ins niederländische Assen war ein Ass im Jahresprogramm 2011 unseres Porscheclub für den klassischen 911. René Hoogendoorn und Elleke Plaatsman erarbeiteten mit viel Gefühl fürs romantische die tolle Route durch gemütliche, nordost-holländische Dörfer und entlang typischer Wasserkanäle mit Endstation im Künstlerort Ootmarsum, Region Twente.

Mit Barbecuespießen an Erdnussbuttersauce erwarteten René und Elleke zur Begrüßung am Freitagnachmittag die Porschefans im emsländischen Werlte. Lecker, lecker. Großes Hallo und flüssige Benzingespräche bei Kaiserwetter brachten die Stimmung sprichwörtlich in Fahrt. Bestens untergebracht war die Equipe im Hotel Garni, das – natürlich – von einem holländischen Paar geführt wird. Das üppige Abendmahl wurde nebenan beim Griechen ,,Alexandros“ gereicht. Satt wurden jedenfalls alle. Und müde.

14 luftgekühlte 11er, ein 968 Cabrio (also 15 Gasfüße) und 29 Menschlein warteten Samstagmorgen nach gemeinschaftlichem Frühstück auf den Startschuß. Natürlich ,,schoß“ der clubeigene Papparazzi vorher noch das klassische Gruppenbild (Spagheeeeettii), wobei ihm die Hotelchefin assistierte. Hübsch, hübsch. An Peter gelbem Targa mußte noch schnell ein Rad gewechselt werden. Christian half ihm mit seinem passenden Reserverad aus. Technikvorstand Manni begleitete Pedro noch auf einer kurzen Testfahrt. Alles okay, dann ging’s los. In Startposition brachten sich: René mit Elleke, Viktor, Christian und Tanja, Peter mit Carsten, unser Schrauber und Vize-Präsi Manni mit Freundin Betty, Peter und Gaby, Norbert und Gisela, als Gäste vom 968er-Club Bernd und Connie im Cabrio, Ludger mit Freundin Karin , André und Christiane, Bernd und Monika, Frank und Michaela, Gerd und Claudia, Heinz-Günther und Sandra, sowie Manfred und Margrit als weitere Gäste. (Puuh, hoffentlich hat der Chronist alle Namen richtig geschrieben). Und Tschüss.

Blauer Himmel, Sonne, schöne Landschaft, leichte Brise, luftgekühlten 11er unterm Hintern – was will Mann mehr? Ach ja, eine nette Beifahrerin. Übers platte Land führte die Route. Am Horizont sah man die riesigen Hallen der Meyer-Werft in Papenburg an der Ems. Daneben ein Kreuzfahrtschiff im Dock. Grenzübergang ohne lästige Kontrollen der Boliden samt Insassen dank Schengener Abkommen. Pinkelpause am Waldesrand. In Holland röhrten die 11er am Stadskanaal entlang durch gemütliche Dörfer und sattgrüne Wiesen zur Vesting Bourtange. Willkommen im Jahr 1742. Sensationell: Die Porsche dürfen im Kreis um die Bockwindmühle im Innern der alten Festung parken. Rasch drehen sich die Flügel der Windmühle. So, als wenn die Mühle mehr auf sich aufmerksam machen will, als es die Porsche tun. Was für ein Bild. Natürlich auch für die anderen Touristen. ,,Booh, Papa, viele Porsche…“, war wieder mal zu hören. Da grinst der 11er-Eigner zufrieden in den herrlichen holländischen Frühsommerhimmel. Die Festung Bourtange ist ein unvergleichbares historisches Verteidigungsbauwerk. Gegenwart und Vergangenheit gehen hier Hand in Hand. Im ´s Lands Huys, einem gemütlichen Café-Restaurant mitten im Dorf, gibt’s Lunch. Danach eine fach-frauliche Führung durch die Festung.

Start the engines. Die Elfer fliegen gemütlich durch die flache Landschaft. Hübsche, reetgedeckte Bauernhäuser wechseln sich mit klassischen Villen ab. ,,Te Koop“ liest man oft. Wenn man ein paar Euro über hätte….Pinkelpause im Wald. Techniktest für die Fahrzeuge. Wie hat René bloß diese sandige, grobsteinige, nicht enden wollende Marterstrecke für unsere zarten Porsche gefunden? Ja, ja, wenn der Holländer einmal auf Afrika-Safari war, ist er nicht mehr zu bremsen. Frei nach Oscar-Preisträger Bernhard Grzimeks ,,Serengeti darf nicht sterben“, meinte René wohl ,,Elfer auch nicht“.

Jedenfalls kommen irgendwie alle Teams am ,,de Bonte Wever“-Hotel in Assen an. Schade, HG und Sandra reisen ab, da Sonntag viel Arbeit auf sie warte. Wieder ein sensationeller Parkplatz für unsere Boliden. Aufstellung in langer Reihe auf der Asphaltpiste im überdachten Eisschnelllaufstadion, das zum Hotel gehört – oder umgekehrt. Durch die Panoramafenster des Restaurants können wir und alle anderen Hotelgäste beim abendlichen Essen fassen unsere Blech-Lieblinge bewundern. Grins. Und dann ist Mallorca angesagt. Ballermann 6. Diverse Versionen an Bars und Discos im Hotel bespaßen die Großen. Live-Band und Alleinunterhalter in der großen Halle. Laut und heftig. Da kommen die Mädels in Feierlaune. Besonders unsere Abteilung Herten ist begeistert von dem musikalischen Angebot und schwingt die Tanzbeine. Da bleibt kein Auge trocken. Und die Leber auch nicht. Bewegende Bilder. Aber wie das so ist. Irgendwann sagt der müde Tanzbär: ,,Feierabend. Ab ins Bett.“

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und wer zuerst beim Frühstück sitzt, den besten Fensterblick auf die Luftgekühlten. Packen. Erinnerungs-Foto machen. Abmarsch. Rööööhhhrr….Gerd dreht mit seinem 993 Cabrio noch schnell eine Ehrenrunde im großen Oval. Viktor muß leider turbomäßig nach Hause fahren.

Bei Abfahrt wird’s draußen dunkel. Wasser in den Kanälen und irgendwann auch kräftig von oben. Blitz und Donner. Umleitung. Die Feuerwehr versperrt den Weg. Ein trauriger Holländer steht vor der Ruine seines Hofes. Es qualmt noch. Eben ist sein Heim abgebrannt. Die Feuerwehrleute fotografieren unsere Autos….Wir haben Mitleid mit dem Bauersmann.

Dann wird der Himmel über Holland wieder freundlich, als die Porsche-Kolonne die Region Twente erreicht. Der idyllisch an einem Teich gelegene ,,De Weemhof“ im geschichtsträchtigen Künstlerort Ootmarsum ist Endstation der Ausfahrt. Auch hier gibt’s den klassischen Lunch. Lecker, lecker. Alle Teams erfreuen sich noch an dem kleinen Abschlußgeschenk von René und Elleke: Eine mit holländischen Motiven blau bemalte Blechdose, gefüllt mit Stroopwafels. Und als Schlüsselanhänger typische kleine Klotschen. Dann heißt’s Abschied nehmen. Karin und Ludger machen mit René und Elleke noch einen gemütlichen Bummel durch den Ort, der in Jahrhunderten sein mittelalterliches Aussehen bewahren konnte.

,,Hup René, Hup Elleke“. Danke für dieses wunderbare Wochenende im Juni.

Von Ludger Konopka (Text und Fotos)

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