Skip to main content

Rauschende Eisack und luftgekühlte Pässe

Die türkisfarbene Eisack rauscht mächtig am romantischen Gasthof ,,Zur Brücke“ der Familie Mair in Mittewald vorbei. Mezzaselva heißt der kleine, gemütliche Ort an der alten Brennerstraße auf italienisch im zweisprachigen Südtirol. Elf Teams unseres Porsche Club für den klassischen 911 Rhein-Ruhr e.V., sowie zwei Gastteams vom 968-Club, kurbelten mit ihren Lieblingen durch weite Täler und luftgekühlt über Pässe.

Leider war das Grödner-Joch wegen der Wetterlage noch gesperrt, weshalb die in der Vorbereitung schwer erarbeiteten Roadbooks nicht zum Einsatz kamen. Aber Harley-Fahrer Manfred, von unserem Basislager ,,Zur Brücke“, tüftelte morgens mit dem Südtirol-erfahrenen Präsidenten Willy serpentinenreiche Ersatztouren aus. So erfuhren wir am ersten Tag den Jaufenpass. Das ,,tropische“ Meran, die Hauptstadt Bozen und das liebliche Brixen wurden natürlich auch erkundet. Quasi als alternatives Shopping-Programm. Durch Kastelruth röhrend, hörten wir die Spatzen von den Dächern pfeiffen.

Und dann kam die anspruchsvollste Tour über Klausen, St. Ulrich, St. Christins, und Wolkenstein, weiter übers Sella-Joch an den Türmen vorbei auf Serpentinen in Richtung Canazei. Nach einem Mittagimbiss brachen wir über Alba Penia nach Fedaia auf, um den noch zugefrorenen Fedaiasee zu bewundern. Weiter ging es über den Passo Fedaia auf das Col di Rocco zu nach Caprile. Von dort aus rollten wir über das Colle S. Lucia nach Cernadoi auf den Rocco Falzarego zu. Auf dem Pass hielten wir an, um die erhabene Bergwelt zu geniessen.

In Richtung ,,Heimat" durchfuhren wir das Val parola auf die Hochabtei Alta Badi zu. Wir fuhren langsam, um die herrlichen Bildeindrücke zu verarbeiten in Richtung Pedraces, über das Colle d` Arcogn nach Picolin. Von dort aus ging es auf St. Lorenzen Casteldarne über Mühlbach nach Mittewald. Die über 300 Kilometer lange Tour forderte Mensch und Maschine viel ab, aber beim Feierabendgetränk in unsere ,,Brücke“ waren sich alle einig, daß dies der schönste Tag war.

Nicht nur „on the road“ gab es Höhepunkte. Im Kloster Neustift nahe Brixen genossen wir nach sachkundiger Führung durch den Weinberg noch eine launige Weinprobe mit Kellermeister Hans. Alleinunterhalter ,,Robert“ aus dem Pustertal erfreute uns an einem Abend mit gutem Gesang, begleitet von Ziehharmonika und Gitarre. Bei – natürlich - klassischer Volksmusik, aber auch moderner Tanzmusik, waren Willy und René fast bis zur Erschöpfung die großen Eintänzer. Da hatten die Damen viel Spass…..

Viel zu schnell waren sieben Tage in beeindruckender Landschaft ,,erfahren“. Dann hieß es Abschied nehmen von Familie Mair, in ihrem gemütlichen Hotel ,,Zur Brücke“. „Es war einfach klasse, daß wir uns alle in dieser Woche super verstanden haben und es keine Reibereien gab“, war Präsident Karl-Wilhelm Göbel vom Zusammenhalt unseres familiären Clubs begeistert. Auch bei diversen kleineren bis mittelschweren technischen Unpässlichkeiten an unseren Boliden wurden schnelle Lösungen gefunden. Nun ja, als die Klappscheinwerfer eines 968er wegen des defekten Lichtschalters nicht funktionierten, durfte sich der Eigner den flotten Spruch eines G-Modell-Piloten anhören: „Kannst ja Deine Taschenlampe nehmen.“

Letztlich passte alles. Im Zusammenspiel von Mensch und Technik. Besonders die Herzlichkeit im Gasthof „Zur Brücke“, weshalb unser ,,Häuptling“ Willy den sympathischen Hoteliers Petra, Carla, Hubert und Manfred als Abschiedsgeschenk das Teamschild mit der Nummer 14 überreichte.

Die röhrenden Rhein-Ruhr-11er werden Mittewald, an der rauschenden Eisack, bestimmt wiedersehen. Luftgekühlt natürlich.

Fotos und Text: Ludger Konopka

Mitgliedschaft